Geschichte

Vom Kneipentisch auf den Fußballplatz

Wir schreiben das Jahr 2009. An einem bitterkalten Abend des 19. Januars suchte eine Truppe junger und mehr oder weniger attraktiver Männer einen geeigneten Unterschlupf, sich nach einem harten und viel zu langen Wochenende ganz ihrer großen Liebe – der kühlen Blonden vom Tresen – hinzugeben.  Das Esquina, Lieferant von kristallklarem Hefeweizen, nutzten die Gründerväter, um einen neuen Verein – den SC Kristall Berlin, zu gründen.

Knapp fünf Monate später, am 09.06.2009, fand das erste Training auf dem Sportplatz „Im Grund“ in Berlin-Weißensee ein. Dieses, sagen wir, bis in jedes Detail organisierte und durchdachte „Training“, fand unter der Leitung des nach nur zwei Spielen scheidenden Coaches Hr. Marnitz statt und sollte auf eine harte Saison in Berlins Freizeit-Kreisliga vorbereiten. Als Präsident übernahm Hr. Kosik aufopferungsvoll das Amt des Trainers und konnte gleich die erste Saison 2009/10 des SC Kristall Berlin erfolgreich mit dem Aufstieg in die FZ-Bezirksliga abschließen.

In den Folgejahren marschierte eine immer jünger und besser werdende Mannschaft des SC Kristall Berlins durch die Freizeitligen des BFV und krönte sich am Ende der Spielzeit 2011/12 zum Meister der FZ-Landesliga. Dieser bisher größte Erfolg katapultierte den SC Kristall Berlin in die höchste Spielklasse des Berliner Freizeitfußballs, in welcher der SC noch heute um die Punkte kämpft.

Doch bei all den positiven Erlebnissen muss der Kristall auch ein schwarzes Kapitel in seiner Vereinshistorie verzeichnen. Nach dem ungefährdeten Klassenerhalt erreichte das Team entgegen aller Erwartungen überraschend aber dennoch verdient das Finale des Holger-Blichmann-Pokals. Es war ein einzelner Freistoß, der statt uns den FC Berliner Jungs II zum Pokalsieger emporstiegen ließ. Dieses Ereignis sollte in unserem Verein grundlegende Veränderungen nach sich ziehen.

Enttäuscht von der verpassten Chance und erschöpft vom jahrelangen Einsatz für den Verein übergab Hr. Kosik zu Beginn der Saison 2013/14 zunächst nur das Traineramt an M. Pijorr, dann räumte der gesamte Vorstand seine Posten. Eine viereinhalbjährige Erfolgsgeschichte nahm hiermit ihr Ende.

Eine neue Ära begann und der Verein begann sich neu auszurichten. Angeführt vom neuen Präsidenten Hr. Bolduan, welcher ab September 2013 die Geschäfte übernahm und dem zunehmenden Engagement der Vereinsmitglieder, wurden einige Projekte geplant und realisiert. Das jahrelang mit Stolz über den Platz geführte, mit Paint und einem Schuss Word erstellte, nicht mehr gemochte Vereinswappen, wurde durch unsere preisgekrönte (ein interner Titel versteht sich) IT- und Marketingabteilung komplett überarbeitet, um dem Kristall ein neues Gesicht zu verpassen. Mit der Beteiligung an der DFB-Kampagne „Unsere Amateure – Echte Profis“ wollen wir darüber hinaus ein Zeichen für den Freizeit- und Amateursport setzen, welcher heutzutage immer noch belächelt wird.

Hierfür wurde zeitgleich ein neuer, strahlender Trikotsatz angeschafft. Motiviert von  der Neuausrichtung und dem Traum, vor allem die Nachhaltigkeit und Zukunft des Vereins zu sichern, fanden wir in der Headmatch Interim GmbH einen hochkarätigen Sponsor, der die sperrigen und amateurhaften Managementstrukturen unseres Vereins zusätzlich auflockern und den Kristall in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen wird. Dieser wird uns ebenfalls bei unserem Projekt „Kristaller werden“ unter die Arme greifen, in welchem wir uns für Geflüchtete aus unserem Kiez stark machen wollen. Im sportlichen Bereich übernahm nach alter Vereinstradition nun auch Hr. Bolduan in Zusammenarbeit mit Hr. Nitzsche ab der Saison 2015/16 das Traineramt, da die Wege des scheidenden Coaches Hr. Pijorr zwar nicht wie angenommen nach Rom, aber dennoch raus aus Berlin führen werden.

Eine spannende und vielversprechende Zukunft liegt vor uns. Der aus einer spontanen Suff-Idee entstandene SC Kristall Berlin hat sich von einer Spaßtruppe zu einer semiprofessionellen Mannschaft mit einem aufstrebenden Vereinsleben entwickelt. In einer abendlichen Runde an einem schwülwarmen Freitag im August philosophierte Hr. Deringer über Gott und die Welt und brachte dabei einen wahren Leitgedanken über seine Lippen: „Ich möchte, dass mich der Verein überlebt und ich später meinen Enkeln mal sagen kann, schaut‘, das war mein Verein! Für den hab‘ ich mir jede Woche den Hintern aufgerissen! Mensch, war das ne geile Zeit!“

Doch kommt es im Leben nicht immer so, wie man es sich wünscht. Schon während der sehr schwierigen Saison 2016/17 wurde den Verantwortlichen klar, dass die Mannschaft auf lange Sicht nicht mehr konkurrenzfähig sein wird. Gründe dafür waren die vielen Abgänge, die verlagerten Prioritäten der Spieler und eine durchschnittliche Trainingsbeteiligung über die gesamte Saison. Nach dem bittersten Ergebnis (2:10) beim späteren Meister RBC Berlin, nahm Trainer Bolduan die ersten Gespräche mit dem Ligakonkurrenten Prenzlauer Berger Teufel auf. Innerhalb kürzester Zeit einigte man sich aufgrund selbiger Probleme auf die Gründung einer Spielgemeinschaft zur Saison 2017/18.

#aufgehtsKristall          #Kristaller4ever          #einLebenlang