15. Spieltag

FC Hertha 03 FZ 1 - 0 SC Kristall Berlin/Teufel
15 Mai 2018 - 19:45Onkel-Tom-Straße 40, 14169 Berlin

Und täglich grüßt das Rote-Tier

Mit nur einem Tag Pause nach dem ziemlich bitteren Ausscheiden im Pokal wartete bereits das nächste Ligaspiel auf uns. Die Reise ging ins beschauliche Zehlendorf zur Hertha. Mit schweren Beinen und den letzten Gedanken an die verpasste Chance stellten wir mit 16 Spielern einen recht ordentlichen Kader am Siebenendenweg auf. Nach den letzten Negativerlebnissen in der Liga sollte es heute wieder bergauf gehen. Doch der Fußball schreibt andere Geschichten…
Mit Kick-Off zeigten die Hausherren frei von der Leber weg, wie ihr Spiel heute aussehen würde. Keine großartigen Kombinationen oder Dribblings, stattdessen langer Hafer nach vorn in der Hoffnung, dass der ein oder andere einmal durchrutscht. Bei diesem Altersschnitt der weiß-blauen aber auch ein notwendiges Übel, pumpten die meisten bereits nach 25 Minuten und begannen in Person des Schlussmannes bereits in der 14. Minute mit Zeitspiel – Alter macht eben nicht nur langsam, sondern lässt die Erfahrung und Abgezocktheit wachsen. So lag es an uns, das Spiel zu machen. Und dies sah in der Anfangsviertelstunde auch sehr gut aus. Kaum Gegenwehr von der tiefstehenden Hertha, ein Spiel in einer Hälfte. Höde (2./9.) und Hoyer (2.) prüften den Schlussmann bereits kurz nach Anpfiff, vergaben aber leichtfertig. In der zwölften Minute rücken wir aus der Abwehr zu weit über die rechte Seite nach vorn und verlieren im letzten Drittel die Pille. Die Hertha erneut mit einem langen Ball in ebenjenen offenen Raum auf unserer rechten Seite, einem Sprint zum Ball und Feuer! Der Schütze zieht das Leder wie einen Strich von der rechten Strafraumgrenze ab und überrascht Siedtmann, der den feuchten Ball ins kurze Eck genagelt bekommt (12.) Es beginnt ein nicht nachlassendes Anlaufen der Gäste auf den Hertha-Kasten, nur verpassen wir es, den letzten Pass über die Linie zu drücken. Hüttner (13.) und Kraus (37.) haben dabei noch die aussichtsreichsten Chancen, als sie jeweils über rechts an der langsamen Abwehr vorbeiziehen, jedoch ohne zu schauen querlegen wollen. In der Mitte stehen wir nicht in Position, sodass die Hertha klären kann. Und wie in den letzten Wochen machen wir uns das Leben auch hier wieder selbst schwer. Im Aufbauspiel versuchen wir, wieder über dieselbe Seite zu kombinieren und spielen dem Gegner dabei den Ball direkt in den Fuß. Der anschließende Befreiungsschlag landet beim einzig fitten Herthaner, welchen Strubel als letzter Mann stilecht in Naldo-Manier legt. Rote Karte, Unterzahl! Halbzeit.
Doch selbst in Unterzahl ist die Hertha hier und heute mehr als schlagbar. Einzig unsere Chancenverwertung rettet die Hertha vor dem Untergang. Mit Wiederanpfiff zeigt sich dasselbe Bild. Schwarz rennt an, weiß verteidigt und befreit sich mit langen Bällen. Es sind erneut Kraus (52.) und Höde (53.), die den Ausgleich auf dem Fuß haben. Doch entweder steht ihnen der Keeper oder aber ein Verteidiger im Weg. Immer und immer wieder dasselbe Bild. Der Verzweiflung nahe, stellen wir auf komplette Offensive um. In der Schlussphase kommt die Hertha dadurch noch zu ein, zwei Kontern, kann diese jedoch ebenso wenig erfolgreich zu Ende spielen, wie wir. Sturmläufe von Deumer und Kraus, Abschlüsse von Höde und Scholz wollen einfach nicht rein gehen, wobei Letzterer einen Abpraller flach an den langen Pfosten nagelt. Man könnte heute wahrscheinlich wieder Stunden weiter spielen, ein Tor würde allerdings nicht mehr fallen. Gut also, dass SR Wawretschka nach sechs Minuten Nachspielzeit – geschuldet dem durchaus pfiffigen Zeitspiel der Herthaner – mit den Spielern ein Einsehen hat und die Partie beendet.
In der Partie „Not gegen Elend“ schlägt die Erfahrung das Unvermögen. Nicht auszumalen, was sowohl in dieser, als auch den Partien gegen den SFC Friedrichshain III und die Britischen Löwen drin gewesen wäre, würde man mit elf Mannen spielen können. Spielerisch allerdings knüpften wir bis auf die Torgefahr an das gute Pokalspiel bei RBC Berlin an, sodass die Unterzahl über einen langen Zeitraum, wie auch vom SR attestiert, nicht zu sehen war. Das lag jedoch zum Großteil an müden, langsamen und bewegungsmuffligen Hausherren, die die drei Punkte über die Zeit retteten.
Nun wünschen wir schöne Pfingsten und eine erholsame Zeit!
Gez. El Presidente